Mittwoch, 9. Dezember 2009

Ode an Billy

Eins vorneweg: Ich gebe zu, ich habe keinen Billy. Ich gebe meinen Möbeln eigentlich auch keine Namen. Wer weiss wie sie sich damit fühlen würden... Man stelle sich die Identitätskrise vor, mit der ein Kleiderschrank zu kämpfen hat, dessen Lenden aus brasilianischen Holzspänen mit britischem Leim in einer chinesischen Fabrik gepresst wurden, der mit Schrauben aus Taiwan zu einer Einheit gezwungen wird und dessen Schubladenverschlusssystem einen an die Mondlandung erinnert. Der er vom schwedischen Möbelhaus in der Schweiz direkt in ein deutsches Schlafzimmer wanderte, um dort nun hawaiianische Sommerkleider und kanadische Strickpullover zu tragen... Soll er Sven heissen? Und wer kann garantieren, dass ER nicht weiblich ist? (och, tut mir leid, jetz komme ich vom Pfad ab...)
Jedenfalls könnte ich meine Möbel kaum sinngemäss nutzen, wenn ich ihnen einen Namen zuteilen würde.

Kennt ihr nicht auch das Dilemma mit dem Schoggi-Hasen zu Ostern? Es ist nur Schokolade. Doch nun zwingt einen die Verpackung dazu, ihn "Chico" zu nennen. Und viel treuherziger könnte sein Ausdruck nicht sein... Also ich kann ihn nicht essen, beim besten Willen nicht (und ich bin noch nicht einmal Vegetarierin).

Worauf ich hinaus will: Der Name macht das Etwas zur Person.

Also wenn ich einen Billy hätte, womit würde ich ihn belasten?
Mit Büchern natürlich. Was sonst soll sich ein Billy,der sich Bücherregal nennt, erhoffen?
Das soll jetzt nicht abschätzig klingen. Es sollte ihm eine Ehre sein meine Bücher zu tragen. Damit vertraue ich ihm meine Geheimnisse an, gebe ihm einen Einblick in die Geschichten, welche die meine formten. Ich erzähle ihm von meinen Reisen, teile meine Leidenschaften mit ihm und erwarte seine Unterstützung und Geduld bei etwas schwierigeren und unbeliebteren Inhalten.

Mit anderen Worten: Billy wäre mein Freund - gezwungenermassen, weil er ein Name hat.

1 Kommentar:

  1. Hallo Nagro, herzlichsten Dank für deinen Beitrag. Wir haben soeben die Preise verlost: http://www.billy30.ch/blog. Frohe Festtage und einen guten Rutsch, BILLY

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